Alte Ankündigung zur Gartenbauausstellung in Erfurt
Ein Ankündigungsplakat aus der Jahrhundertwende      Foto: Stadtarchiv Erfurt

Grünes Erfurt lädt zur Bundesgartenschau 2021

2021 richtet die Stadt Erfurt die Bundesgartenschau (Buga) aus. Wie der Historiker Dr. Steffen Raßloff berichtet, ist „Erfurts Beiname Blumenstadt zwar noch relativ jung, aber seine Geschichte ist schon seit Jahrhunderten eng mit Pflanzen verbunden“.

Im Mittelalter wurde aus Waid, das im fruchtbaren Umland wuchs, ein beliebtes Blaufärbemittel gewonnen. Das machte Erfurt zu den wichtigsten Waidstädten Europas. 
„Das ‚blaue Gold‘ sorgte mit für den Wohlstand der Mittelaltermetropole, die bis heute in der Altstadt um den Domhügel erlebbar ist“, so der Historiker.

Gartenbau spielte früh eine Rolle

Auch der Gartenbau spielte schon damals eine wichtige Rolle. Martin Luther, der hier studierte und ins Kloster eintrat, bezeichnete Erfurt als „des Heiligen Römischen Reiches Gärtner“. Im 18. Jahrhundert legte Christian Reichart den Grundstein für den modernen Erwerbsgartenbau.

Im 19. Jahrhundert stieg Erfurt schließlich zur international bekannten Blumenstadt auf. Die großen Gartenbauunternehmen Haage, Schmidt, Benary, Heinemann, Chrestensen erlangten um 1900 Weltgeltung.
Der Aufstieg zu einer Metropole des Gartenbaus, die sich im Alten Angerbrunnen selbst ein Denkmal gesetzt hat, war verbunden mit zahlreichen hochkarätigen Gartenbauausstellungen. In deren Tradition stehen heute der „egapark“ und die Buga 2021.

Friedrich Wilhelm III besuchte erste Gartenschau

Motor war meist der Gartenbauverein mit den großen Gartenbauunternehmern an der Spitze. Noch in seinem Gründungsjahr 1838 zeigten die Mitglieder in „Vogels Garten“, dem heutigen „Stadtgarten“, die erste dieser Schauen. Prominentester Gast war der preußische König Friedrich Wilhelm III.

Erster Höhepunkt war 1865 die „Allgemeine deutsche Ausstellung von Produkten des Land- und Gartenbaues“ in „Vogels Garten“. „Sie gilt als eine Art ‚Ur-Bundesgartenschau‘“, so Raßloff, „womit die Buga 2021 an ihren Ursprungsort zurückkehrt.“ 
Sie lockte damals rund 30.000 Besucher und fast 400 Aussteller aus aller Welt nach Erfurt.
1876 folgte die „Allgemeine deutsche Gartenbauausstellung“, 1894 die „Thüringische Gewerbe- und Industrieausstellung“ und1902 die „Gartenbauausstellung zu Erfurt“.

„Erfurt blüht“ – Über eine halbe Million Gäste

Nach den beiden Weltkriegen setzte die Stadt die Reihe mit Gartenausstellungen fort. Raßloff: „Ein wichtiger Meilenstein war 1950 die Gartenschau ‚Erfurt blüht‘ an der Cyriaksburg, dem heutigen Deutschen Gartenbaumuseum. Denn mehr als 550.000 Gäste besuchten das 35 ha große Areal.
Aufgrund des Erfolges dieser Gartenschau und auf Wunsch der Erfurter Bevölkerung beschloss der Stadtrat, dieses Gelände als „Dauer-, Lehr- und Blumenschau“ zu nutzen. 1953 wurde es in ‚Kulturpark‘ umbenannt.

1955 legte die Samenexport- und Gartenbauausstellung schließlich den Grundstein für die „iga Erfurt“. Auf dem deutlich erweiterten Gelände startete 1961 die „Internationale Gartenbauausstellung der sozialistischen Länder“. Auch sie war mit 3,5 Millionen Besuchern ein großer Erfolg. (ots)

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Heiko Kalweit

Freier Fotograf & Journalist

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